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By Rainer Schmalz-Bruns

Wenn guy heute nach einem Schlagwort suchte, mit dem sich die intellektuelle Debatte bestimmen ließe, müßte guy von einer "querelle des modernes et des postmo­ dernes" sprechen. Dabei verläuft dieser Streit nicht über eine klar gezogene Frontlinie hinweg - zu diffus sind im einzelnen die Assoziationen, die sich mit der "Moderne" oder der "Postmoderne" verbinden. Selbst wenn guy - zumindest used to be den philosophischen Dis­ kurs angeht, der sich unter diesem Titel entspannt - mit "Vernunftkritik" das Thema be­ schreibt, das den Einsatz des Streits ausmacht, wird die Lage nicht viel klarer. Auf der einen Seite stehen dann jene, die die Einsicht in die Dialektik des neuzeitlichen Rationali­ sierungsprozesses auf den aufklärerischen Vernunftbegriff selbst abbilden und dann schließen, daß dieser dem Prozeß der Emanzipation, den er ermöglichen sollte, tatsächlich selbst im Wege stehe. Dieser Gedanke speist sich einerseits aus der Kritik eines im Medium von Rationalität autonom und destruktiv gewordenen technischen Fortschritts wie der als Bürokratisierung erscheinenden Rationalisierung der politischen Vermittlung der Gesellschaft und andererseits aus einem erkenntnistheoretischen und ethischen Skeptizis­ mus und Relativismus: Diese beiden Stränge werden dann zu einer Kritik der Vernunft als eines totalitären Mythos zusammengezogen. Auf der anderen Seite weisen dann jene, die das "Projekt der Moderne" verteidigen, darauf hin, daß Kritik selbstverständlich ein Mo­ ment der Selbstreflexion von Vernunft sei, daß Aufklärung auch Aufklärung über die Grenzen von Rationalität beinhalte - nur eben im Medium von rationaler Argumentation.

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Habermas: Über Moralität und Sittlichkeit. Was macht eine Lebensform "rational"? ), Rationalität. Joas: Die unglückliche Ehe von Hermeneutik und Funktionalismus. O. 37 rierenden, kommunikativen Vernunft eingetauscht wird. Der Status kritischer Theorie könnte sich auch daran entscheiden, ob es gelingt, in einer anderen Lesart alltäglicher Lebensformen Situationen aufzuweisen, in denen das Alltägliche über sich hinausweist, in denen Wünsche, Phantasien und Momente ästhetischer Erfahrung nicht auf eine andere Welt, aber auf das Andere der bestehenden Welt verweisen 55 - dann wäre gegen die kantische Wende der Gesellschaftstheorie bei Habermas zu argumentieren.

Erst dadurch problematisch, daß sie die im Medium von kommunikativer Rationalität gedachte Vermittlung von Moral und Sittlichkeit auf der Ebene konkreter Handlungsvollzüge gar nicht mehr abzubilden vermag. Diese sind, sofern es ihnen immer um die Realisierung von etwas bestimmt Gewolltem geht, keine material entleerten Konsensstrategien sondern durchaus an subjektive Aspirationen auf ein gutes Leben gebunden. Dann läßt sich zwar keine Lebensform mehr auszeichnen, die apriori rational im Sinne von "verallgemeinerungsfähig" wäre.

Nähme man den Faden hier wieder au[52 (und das durchaus analog zur Habermasschen Kritik eines positivistisch halbierten Rationalismus), könnte jene unrealistische, dichotome Zuordnung von Handlungs- und Rationalitätstypen vermieden werden, die Haberrnas in seinem Lebensweltkonzept vornimmt. Dann wäre es möglich, das empirische Korrelat des Lebenswelt50 Vgl. Habermas: Die Moderne - Ein unvollendetes Projekt. , Kleine Politische Schriften I-IV. 444-464 51 In diesem Zusammenhang würde ich den großen Anteil philosophischer Reflexionen an seinen Publikationen nach der "Theorie des kommunikativen Handeins" als Indiz für eine gewisse Resignation werten.

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